Neun Spiele liegen noch vor den Handballerinnen der TSG Ober-Eschbach in der Regionalliga Südwest neun Endspiele im Kampf um die Fahrkarte in die kommende eingleisige 3. Liga.
Bad Homburg. Vor einer ihrer weitesten Fahrten stehen heute die Ober-Eschbacher Pirates, müssen sie doch um 19.30 Uhr im Saarland bei TuS Neunkirchen mit einem direkten Tabellennachbarn die Klingen kreuzen.
Die Mädels vom Ober-Eschbacher Trainertandem Andreas Kalman/Steffi Haitsch nehmen mit 20:14 Punkten Rang 6 ein, Mirko Pesics Neunkirchenerinnen stehen mit 22:12 Zählern einen Platz besser da. Woche für Woche im Blick: Tabellenplatz 10 (TV Idstein/16:18), erster Abstiegsrang.
Grippe grassiert
Unter der Woche hat es im Lager der Pirates ein wenig gekränkelt: Torfrau Nicole Zechmeister, Neuzugang Giusi Ragone und auch Natascha Shcherbakova mussten sich mit Grippeviren herumschlagen. «Man muss abwarten, wie fit und belastbar die drei heute Abend wieder sind», meinte Trainer Kalman, dem überdies ja das Trio Tina Beckmann, Toni Schuldt (beide verletzt) sowie die zurückgetretene Natalia Braun nicht zur Verfügung steht.
Für den Pirates-Coach gibt es da kein Vertun: «Neunkirchen, das uns im Hinspiel mit 26:29 (nachdem es bereits nach neun Minuten 0:6 gestanden hatte) am 5. Spieltag die erste Saisonniederlage beigebracht hat, ist für mich nicht nur heute Abend klarer Favorit, sondern generell ein allererster Anwärter für den Aufstieg in die Zweite Bundesliga.»
Das Team des 51-jährigen Mirko Pesic Diplomsportlehrer und ausgebildeter Radio-/Fernsehtechniker das vergangenen Sommer aus der 2. Liga abgestiegen war, konnte kürzlich eine immense Verstärkung an Land ziehen. So schloss sich keine Geringere als die 77-malige deutsche Nationalspielerin Ingrida Radzeviciute den Saarländerinnen an.
Die mittlerweile 36-Jährige erzielte im DHB-Dress 316 Tore, nachdem sie zuvor 65 Länderspiele für ihr Heimatland Litauen bestritten hatte. Radzeviciute ist Lebensgefährtin des Fußballprofis Marcel Rozgonyi, der in der Bundesliga für Schalke 04 und Energie Cottbus spielte, 2008 dann wieder zum 1. FC Saarbrücken zurückgekehrt ist. Das ist aber noch längst nicht alles, was die robusten und groß gewachsenen Neunkirchenerinnen personell zu bieten haben.
Jelicic «liest» Spiel
Andreas Kalman denkt dabei in erster Linie auch an die auf der Mitte und im linken Rückraum wirbelnde Aleksandra Jelicic. Die zur besten Handballerin des Saarlands 2009 gewählte 35-Jährige, die als Hobbys Musik, Kochen und Oddset tippen angibt, verstehe es laut Kalman wie keine Zweite, ein Spiel zu lesen und zu regeln.
Aber auch Polizeikommissarin Lucy Unbehend (Spitzname: Luzifer) auf Linksaußen («Im 1-gegen-1-Spiel bärenstark, verfügt über einen Superwackler») und die treffsichere Teresa «Cuba» Yurien Stolz-Fernandez gilt es stets im Blick zu haben.
«Durch die Niederlage im Hinspiel sind wir natürlich besonders motiviert, heute Abend dem Favoriten ein Bein zu stellen», so Pirates-Coach Kalman. Für eine Überraschung sei sein Team immer und überall gut. Man wolle sich ja Schritt für Schritt den angepeilten 30 Punkten annähern, wobei Kalman glaubt, «dass im Endeffekt ja vielleicht auch schon 28 oder 26 Punkte zu einem Platz unter den ersten neun reichen könnten».








