Vierzig lange Minuten haderten die TuS Damen eher mit sich selbst, als mit ihren Gegnerinnen aus Marpingen. Doch dank einer erheblichen Steigerung der Abwehrleistung im zweiten Spielabschnitt, siegten die Neunkircherinnen im Saarderby völlig verdient mit 33:25 (16:16).
In der ersten Halbzeit sahen die 500 Zuschauer im Neunkircher Wagwiesental zunächst eine ausgeglichene Partie der beiden saarländischen Regionalligavereine. Zwar vermochte man stets das stärkere spielerische Potential auf Seiten der Neunkircherinnen wahrzunehmen, doch die "Moskitos" profitierten immer wieder davon, dass die TuS Damen ihre Deckung vernachlässigten. Vor allem die Abwehrleistung seiner Spielerinnen gefiel Neunkirchens Trainer Mirko Pesic nicht: "Wir waren in der Anfangsphase oftmals zu passiv, gewährten Marpingen zu viele Freiräume und fingen immer wieder zu leichte Gegentore. Auch sahen meine beiden Torhüterinnen zunächst "kein Land". Aber im Gegensatz zum Hinspiel, lief es diesmal wenigstens im Angriff relativ rund." Als zentrale Denkerin, Lenkerin und auch eiskalte Vollstreckerin zeichnete sich im Angriffsspiel des TuS abermals Aleksandra Jelicic aus. Sie, die bereits für beide Saarvereine auf Torejagd ging, gestand nach der Partie: "So ein Derby hat für mich persönlich einen ganz besonderen Reiz und daher bin ich immer bis in die Haarspitzen motiviert." Dass das Aufeinandertreffen der beiden Saarvereine nicht nur für Jelicic eine ganz besondere Bedeutung hat, sondern auch für alle anderen Spielerinnen und auch Zuschauer, zeigte sich, als vor allem in den Schlussminuten des ersten Spielabschnittes die Stimmung aufgrund des knappen Spielstandes und der ein oder anderen Nicklichkeit etwas hitziger wurde.
Nach der Halbzeitpause brauchten die TuS Damen zunächst zehn Minuten Anlaufzeit, ehe sie endlich das Spiel an sich reißen konnten. Hierbei zeigte sich vor allen Dingen die Umstellung der Abwehrformation als Schlüssel für den Erfolg: Mit denen in die Abwehr beorderten Spielerinnen Nathalie Hochscheid und Nadine Bold, sowie einem allgemein wesentlich aggressiver und früher störenden Abwehrverband, zwang man Marpingen zu Fehlern und schwierigen Abschlüssen, die für Katja Sapuppo im Tor zu "leichter" Beute wurden. Und im Angriffsspiel wussten die auf ungewohnter Linksaußenposition eingesetzte Anja Severin sowie die mit zunehmender Spieldauer besser in das Neunkircher Spiel integrierte Ingrida Radzeviciute zu überzeugen. Beide setzen mit sehenswerten Abschlüssen und Anspielen in der zweiten Halbzeit immer wieder wichtige Akzente. "Zwar brauchten wir knapp vierzig Minuten um uns abzusetzen, doch alles in allem denke ich, dass wir den Sieg verdient hatten, da wir uns im Verlauf der Partie steigern konnten. Dem Druck eines Derbys sowie der Favoritenrolle gerecht zu werden, war doch immens. Daher freue ich mich umso mehr, dass meinen Mädels die Revanche für die bittere Hinspielniederlage geglückt ist", so das abschließende Fazit von TuS-Trainer Pesic.







