Nach nur einem Erfolg aus den letzten
fünf Spielen ist es für die Handballerinnen der TSG Ober-Eschbach heute
Abend (19.30, Albin-Göhring-Halle) gegen Schlusslicht SV Reichensachsen
an der Zeit, in der Regionalliga Südwest wieder auf die Siegerstraße
einzubiegen.
Bad Homburg. Der ominöse neunte
Tabellenplatz! Elf der insgesamt 14 «Südwest-Clubs» haben ihn angepeilt,
um dann in der kommenden Spielzeit möglichst der neu eingeführten 3.
Liga anzugehören. Mit 16:12 Punkten sind die von Andreas Kalman und
Steffi Haitsch trainierten Bad Homburg Pirates zwar nur vier Punkte von
Spitzenreiter FSV Mainz 05 (20:8), aber auch nur vier noch Pluszähler
vom Tabellenzehnten Thüringer HC II (12:14) entfernt und dieser müsste
zum jetzigen Stand in den sauren Apfel des Abstiegs beißen.
Für die Ober-Eschbacherinnen wollen die personellen Nackenschläge
einfach nicht aufhören. Jetzt hat es Tina Beckmann erwischt und wie!
Ein im vor 14 Tagen bestrittenen Spiel bei SG Kirchhof erlittener
Bänderriss im Daumen ihrer rechten Wurfhand wurde am Mittwoch operiert
acht bis zehn Wochen Pause!
«Unsere Spielmacherin, der Dreh- und Angelpunkt», seufzt Kalman, «vor
allem in unserer 6-0-Abwehr wird der Ausfall von Tina, die nach dem
Weggang von Olga Savanyu prima in deren Rolle hineingewachsen ist,
schmerzlich sein. Aber: auch das werden wir irgendwie kompensieren. Wir
müssen halt wieder mal ein weiteres Stückchen noch enger
zusammenrücken.»
Darüber hinaus gab nun Natalia Braun ihren sofortigen Rücktritt bekannt,
nachdem die im ersten Training nach der Winterpause bei einem
Wegknicken erlittene Knieverletzung eigentlich operiert werden müsste
wovon die 35-Jährige aber Abstand nimmt. Überdies muss Torhüterin Anne
Kollenberg wegen einer polizeidienstlichen Verpflichtung in München
ersetzt werden neben der Langzeitverletzten Toni Schuldt.
«Und da wir obendrein noch das Dienstagtraining ausfallen lassen
mussten, nachdem die Halle gesperrt war und wir somit diese Woche nur
zwei Mal trainieren konnten, blicken wir auf eine erheblich
eingeschränkte Vorbereitung zurück», so Kalman, der dennoch
unmissverständlich fordert: «Ich habe Reichensachsen zwei, drei Mal
gesehen. Vor allem auf die mit variablem Wurf ausgestattete Celia Steyer
müssen wir aufpassen. Augenfällig für mich: Reichensachsen brach
zuletzt mehrmals im zweiten Abschnitt konditionell ein. Das müssen wir
ausnutzen.»
Um der Personalenge entgegenzuwirken, verpflichteten die Pirates jetzt
mit der gerade 23 Jahre alt gewordenen Giusi Ragone (zuletzt TSV
Hungen/Landesliga Mitte, davor TV Ortenberg) eine Linksaußen, für die
nun der Eingang der Spielberechtigung abgewartet werden muss.
Die Pirates um «Käpten» Kathrin Stelzenbach hatten bereits im Hinspiel
am 27. September mit 31:27 das bessere Ende für sich behalten, zudem ist
für Reichensachsen, das bislang sämtliche sieben Auswärtsauftritte
verloren hat, angesichts von 3:25 Punkten der Zug zur 3. Liga wohl
ebenso schon abgefahren wie für «Vordermann» Aufbau Altenburg (4:26),
gegen den mit 29:29 das bislang einzige Remis gelungen war.
Reichensachsens bis dato einziger Sieg datiert vom 22. November, als das
Team des ungarischen Trainers Zoltan Bartalas (55) die SG Kirchhof mit
26:25 in Schach hielt.
Apropos Kirchhof, von dort konnte sich der Tabellenletzte
zwischenzeitlich mit der Polin Anna Miszczyj und der Ungarin Szilvia
Szöllösi verstärken, die bei der jüngsten 23:35-Heimpleite gegen
Germania Fritzlar (nach 14:11-Pausenführung!) acht Tore erzielten (davon
Szöllösi 6), aber selbst die sieben Mal erfolgreiche Rechtsaußen Steyer
und die in Alma-Ata gebürtige Kasachin Kristina Startschenko auf
Linksaußen konnten die 12. Niederlage im 14. Saisonspiel nicht abwenden.








