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32:29 – "Pirates" wahren Vier-Punkte-Vorsprung Drucken
Montag, den 13. Februar 2012 um 06:38 Uhr

Handball, 3. Liga: TSG Ober-Eschbach müht sich zum Pflichtsieg gegen Trier – Jetzt wartet Beyeröhde
Wieder nichts für schwache Nerven, aber wieder das glückliche Ende aufseiten der Handballerinnen der TSG Ober-Eschbach! Die Drittliga-Frauen siegten am Samstagabend gegen die Bundesliga-Reserve von DJK/MJC Trier mit 32:29 und bleiben mit vier Punkten Vorsprung auf den Rangzweiten 1. FC Köln Spitzenreiter.

 

Von Jennifer Fischer

Ober-Eschbach. 
Viele technische Fehler und Probleme im Abschluss führten für die TSG Ober-Eschbach in der 3. Handball-Liga West der Frauen am Samstagabend zu einer wahren Zitterpartie gegen den Tabellensechsten DJK/MJC Trier II. Erst kurz vor Schluss sicherten sich die "Pirates" beide Punkte und hielten damit ihren Vier-Punkte-Vorsprung auf den 1. FC Köln, der seine Partie bei Roude Leiw Bascharage drehte und mit 24:22 gewann. Zur Pause hatten die Rheinländerinnen noch mit 14:17 zurückgelegen, dann aber gelangen den Gastgeberinnen nur noch sieben Treffer.

Spannung in Serie

Vier Handball-Krimis in Serie haben die "Pirates" ihren Fans in den zurückliegenden vier Spielen geboten. Erst der Last-Minute-Erfolg bei der HSG Mörfelden/Walldorf, dann der hart umkämpfte Triumph im Spitzenspiel gegen Köln, schließlich wieder ein doppelter Punktgewinn im Schlussspurt bei der HSG Kleenheim – und nun eine weitere enge Partie gegen Trier. An Spannung fehlt es den Handballfans der TSG gewiss nicht. Bis zuletzt musste die Truppe von Eckhard Weber gegen die "kleinen Miezen" von der Mosel um den Sieg und die damit verbundene weiße Heimweste hart kämpfen.

Nach einem guten Start gingen die "Pirates" schnell mit 6:1 in Führung. Die äußerst defensive Abwehr der Triererinnen machte es der TSG allerdings zunehmend schwerer. Natalie Adeberg im Trikot der Gäste ließ mit einem wahren Kracher aus dem Rückraum zum 6:3 ihre Qualitäten, die sie wie fünf andere Spielerinnen im Kader der Gäste schon in der 1. Liga unter Beweis gestellt hat, bereits erahnen. Im Anschluss blieb die TSG fast sechs Minuten ohne Treffer, ehe Nina Hess sich ein Herz fasste und aus dem Rückraum zum 7:3 abzog. In dieser Phase hatte es Trier versäumt, die Schwächeperiode des Spitzenreiters in auszunutzen, auch, weil die konzentrierte Abwehr der TSG die DJK-Spielerinnen immer wieder zu Fehlern zwang. Und kamen die Gäste doch mal durch, parierte Ober-Eschbachs Torfrau Sarah Harnisch. Die daraus resultierenden Tempogegenstöße nutzte der Tabellenführer allerdings nicht konsequent genug. Nach 20 Minuten wäre mehr als ein Drei-Tore-Vorsprung (11:8) möglich gewesen.

Erst kurz vor der Pause drehte die TSG wieder auf – dank einer Mandy Rauch in Top-Form. Mit ihrem bis dato fünften Treffer im Spiel brachte sie ihre Farben mit 16:11 in Front. Trainer Eckhard Weber war dennoch nicht zufrieden. Nach zwei vergebenen Strafwürfen und dem siebten Gegentreffer von Natalie Adeberg schmiss er aus Frust über die mangelnde Chancenverwertung seines Teams wütend eine Wasserflasche hinter sich – zum Glück außerhalb des Blickfeldes der Schiedsrichter, womit die TSG einer möglichen Bestrafung für die Bank entging. Mandy Rauch schaffte es wenig später, den Pulsschlag ihres Trainers wieder zu senken, als sie zum 18:13-Pausenstand traf.

Nach einer Zeitstrafe gegen Trier startete die TSG in Überzahl in die zweite Halbzeit. Die 18-jährige Julia Buße traf zwei Mal hintereinander, zunächst von Rechtsaußen, im Anschluss bei einem schnell ausgeführten Konter zum 20:13. Ober-Eschbach drückte weiter. Mit drei Treffern in Folge von Nina Hess, Jana Heßler und Mandy Rauch baute man die Führung auf 24:16 weiter aus.

Acht Tore Vorsprung schienen ein gutes Polster zu sein, doch die TSG tat sich fortan aus unerklärlichen Gründen schwer. In Überzahl spielend (Trier hatte erneut eine Zwei-Minuten-Strafe kassiert und stand mit einer Spielerin weniger auf dem Feld) schloss die TSG überhastet ab, gab das Heft aus der Hand und gewährte den Gästen zu viele Freiräume. Der Vorsprung schmolz, plötzlich hieß es nur noch 25:22.

Jetzt hieß es, die Nerven zu behalten und mühsam Tor um Tor herauszuspielen. Tina Knoblauch zog zehn Minuten vor Schluss in die Mitte an den Kreis und traf. Michele Hörr und Nina Hess erhöhten den Vorsprung sieben Minuten vor Ende auf 31:26. Schützenhilfe gab es im wahrsten Sinne des Wortes von den Gästen aus Trier. Diese vergaben ihre Chancen und Katja Gahn traf zum 32:26 – die Partie war entschieden. Daran konnten auch drei Treffer in Folge von Trier nichts mehr ändern.

In zwei Wochen (am Fastnachts-Wochenende pausiert die 3. Liga) wartet auf die TSG ein dicker Brocken mit dem Gastspiel beim Tabellendritten TV Beyeröhde. Aber auch Verfolger Köln muss aufpassen, erwartet den nach einer anfänglichen Krise stark auftrumpfenden TuS Lintfort.

TSG Ober-Eschbach: Harnisch und Murasch im Tor; Rauch (8), Gahn (7), Schuldt, Hess (4/2), Hörr (4), Heßler (3), Buße (2), Beckmann (2/1), Knoblauch, Wagner (je 1), Aicher, Welter.

 

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